... ein neuer Törnbericht

Berlin vom Wasser aus erkunden

 

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

 

Mit Sicherheit kennen Sie diesen Ausspruch, der gerne dann getätigt wird, wenn Fußballfans zur Austragung des Endspiels um den DFB Pokal nach Berlin reisen. Doch Berlin hat nicht nur eine besondere Anziehungskraft für all jene, die sportlichen Aktivitäten sehr zugeneigt sind. Auch kulturell gesehen hat Berlin als Hauptstadt unseres schönen Landes einiges zu bieten.

 

Um diese kulturellen Highlights in aller Ruhe erkunden zu können, ist es nicht nötig, sich auf das harte Pflaster der Großstadt zu begeben und im Strom der tausenden Touristen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit mitzuschwimmen. Das „Schwimmen“ kann auch ganz entspannt auf der Spree und den vielen anderen Gewässern in und um Berlin erfolgen. Nämlich mit der eigenen oder der gecharterten Motoryacht, von deren Deck aus die Stadt in Ruhe erkundet werden kann.

 

Viele Wassersportler entscheiden sich in diesem Zusammenhang dafür, den Besuch in Berlin in einer kleinen Rundreise zu verpacken, die in der Regel in den märkischen respektive mecklenburgischen Gewässern beginnt.

 

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle eine mögliche Reisevariante vorstellen, die Sie von Zehndenick beziehungsweise Mildenberg bis direkt ins Zentrum von Berlin führen wird. Gespickt mit diversen Marinas, Schleusen und Sehenswürdigkeiten, kann diese Reise für Sie zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, woran Sie sich auch Jahre später noch gerne erinnern werden.

 

Es geht nicht ohne Besonderheiten

 

Während Sie die Mecklenburger Seenplatte sowie die brandenburgischen Gewässer größtenteils in aller Regel lediglich mit einem Charterschein befahren dürfen, sind die Vorgaben für die Hauptstadt etwas enger gefasst. So ist es nicht gestattet, die Gewässer von Berlin ohne einen Bootsführerschein zu befahren. Dies hat unter anderem sicherheitsrelevante Gründe.

 

Sollten Sie nicht in Besitz eines Bootsführerscheins sein, müssen Sie sich für Ihre Reise durch Berlin entweder einen Skipper mit einem solchen Führerschein suchen, oder aber mit dem Boot in einem Hafen vor den Toren Berlins anlegen und Berlin mit Bus und Bahn erkunden.

 

Von Mildenberg/Zehdenick bis nach Berlin – eine Reiseroute mit viel Geschichte und Tradition

 

Starten möchten wir unsere Reise in Mildenberg. Die Marina am Ziegeleipark bietet optimale Voraussetzungen für einen Bootsausflug nach Berlin. Nicht nur, dass Sie dort eine geeignete Charteryacht anmieten können. Ihnen stehen auch ausreichend Parkplätze für Ihren PKW zur Verfügung. Außerdem können Sie direkt vor Ort im Hotel übernachten, falls Sie eine lange Anfahrt haben und deshalb bereits am Vortag anreisen.

 

Von Mildenberg aus geht es im ersten Schritt in Richtung Zehdenick und dort in den Vosskanal, der Sie bis Liebenwalde begleiten wird. Dabei müssen Sie nicht nur die Schleuse Bischofswerda in Eigenregie bedienen und überwinden, sondern auch die Schleuse Liebenwalde, die sich bereits im Malzer Kanal finden lässt. Vom Malzer Kanal aus gelangen Sie zum Havel-Oder-Dreieck, das Sie direkt in den Oder-Havel-Kanal weiterleitet. Flussabwärts geht es hier weiter Richtung Friedrichsthal, ein beschaulicher Vorort von Oranienburg. Sie passieren die Schleuse Lehnitz, um im Anschluss in den Lehnitzsee zu gelangen. Einer kleiner See, den Sie zügig durchqueren können und an dessen Ende Sie sich im Zentrum von Oranienburg wiederfinden.

 

Wenn Sie Lust und Zeit haben, können Sie in Oranienburg eine kleine Rast einlegen. Das Wassersportzentrum Oranienburg würde sich hervorragend dafür eignen. Neben Strom, Frischwasser und einer Fäkalienentsorgung können Sie dort auch tanken und einkaufen gehen. Für das leibliche Wohl sorgen Restaurants und kleine Bistros, die Sie überall in Oranienburg finden werden.

 

Weiter geht es im Anschluss in Richtung Pinnow und Borgsdorf sowie Birkenwerder. Die Marina Havelbaude, die Sie dabei passieren werden, eignet sich ebenfalls hervorragend für eine Rast. Der angeschlossene Campingplatz sorgt dafür, dass ausreichend Unterhaltung und Möglichkeiten für den Einkauf von Lebensmitteln vorhanden sind.

 

Auf der Havel geht es dann weiter in Richtung Nieder Neuendorfer See. Sie streifen die Ortschaften Henningsdorf und Hohen Neuendorf und gelangen nach Heiligensee, wo die Marina Hotel-Restaurant Dannenberg auf Sie wartet. Dies ist gleichzeitig auch Ihr letzter Stopp vor den Toren Berlins. Denn im Anschluss geht es Richtung Tegeler See und Spandau, was bekanntlich bereits zur Metropole gehört.

 

In Berlin Spandau geht es von der Havel in die Spree, die Sie bis ins Zentrum von Berlin bringt. Wenn Ihnen dies jedoch zu schnell geht, können Sie im Vorfeld noch einen Abstecher in den Tegeler See machen. Dort können Sie in Ruhe Ankern und bei den „Terrassen am See“ eine kleine Stärkung zu sich nehmen.

 

Gut gestärkt können Sie dann auf der Spree bis in die Berliner City hinein fahren. Vorbei am Schloss Charlottenburg, dem neuen Hauptbahnhof, der Museumsinsel oder dem Regierungsviertel können Sie von Bord aus die Stadt genießen.

 

Tipp: Achten Sie besonders auf der Spree darauf, dass die Berufsschifffahrt stets Vorfahrt hat. Besonders vor den Touristenattraktionen werden Sie auf diverse Ausflugsdampfer treffen, denen Sie sich nicht in den Weg stellen sollten.

 

Haben Sie die City passiert, dann beginnt hinter der Oberbaumbrücke der grüne Teil von Berlin. Im Südosten der Metropole können Sie nicht nur den Treptower Park und die Wuhlheide erkunden, sondern auch den schmucken Stadtteil Köpenick. Dieser ist für seine herrliche Lage am Müggelsee bestens bekannt und empfiehlt sich für eine genauere Erkundung. Da Köpenick auch den Endpunkt unserer kleinen Reise darstellt, könnten Sie überlegen, ob Sie dort in einem Hotel übernachten möchten. Ansonsten empfehlen sich auch die unterschiedlichsten Marinas, die besonders in Köpenick die Spree säumen. Sehr lohnenswert wären unter anderem das Wassersportzentrum Berlin, der Historische Fährhaus Yachthafen Löber oder die Marina Wendenschloss.

 

Weitere Berliner Sehenswürdigkeiten

 

Selbstverständlich können Sie nicht nur das Regierungsviertel, die Museumsinsel und den Hauptbahnhof vom Wasser aus bewundern. Es gibt noch deutlich mehr Sehenswürdigkeiten, die Sie anfahren und betrachten können, ohne dass Sie Ihr Wasserfahrzeug verlassen müssen. Dazu gehören der Reichstag, die Friedrichstraße, der Dom, das Nikolaiviertel, das Technikmuseum, die Charité, das Schloss Bellevue oder aber auch das Haus der Kulturen der Welt.

 

Wenn Sie Brücken lieben, dann werden Sie in Berlin auf jeden Fall auf Ihre Kosten kommen. Denn die Stadt hat mehr Brücken als Venedig. Sehr empfehlenswert wäre diesbezüglich eine Fahrt auf dem Landwehrkanal sowie auf der Spree, wo Sie unter anderem die Oberbaumbrücke, die Oberschleuse, die Hansabrücke, die Corneliusbrücke, die Kottbuser Brücke oder auch die Potsdamer Brücke durchfahren können.

 

Berlin – spannend und abwechslungsreich

 

 

Sicherlich haben Sie bereits erkannt, wie spannend und abwechslungsreich eine Fahrt nach und durch Berlin sein kann. Und vielleicht haben wir Sie ja so neugierig gemacht, dass Sie sich selbst auf große Fahrt begeben wollen. Wir wünschen Ihnen dafür Gute Fahrt und stets eine Handbreit Wasser unterm dem Kiel.